
Johannes Pircher-Sanou: Beziehungen, die tragen
„Ich denke an die vielen familiären Feste, die wir gefeiert haben. An die gemeinsamen Wanderungen und Ferien auf unserem Vorsäß. An das „Itter-Fest“ (Anm. von Parzelle Itter in Andelsbuch) in der Nachbarschaft, wo alle gemeinsam gefeiert, gespielt, gelacht und auch getanzt haben“, erinnert sich Johannes an seine unbeschwerten jungen Jahre. „Ich bin auf der Sonnenseite des Lebens groß geworden und wollte immer Menschen unterstützten, die das nicht von sich behaupten können.“ Früh hatte er den Wunsch, Kindergartenpädagoge zu werden. Schon als Jugendlicher baute er in seiner Heimatgemeinde Andelsbuch die Jugendarbeit auf, um für junge Menschen im Bregenzerwald einen konsumfreien Treffpunkt zu schaffen. Nach der Matura an der HAK Bezau und einem Semester an der BOKU entschied er sich dann für einen Zivildienst als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz in Wien.
Perspektivengebende Begleiter auf seinem Weg waren stets seine älteren Brüder: „Die Nachhilfe in Rechnungswesen mit Michael habe ich heute noch gut in Erinnerung. Er motivierte mich, eine Schule mit Matura zu besuchen.“ Sein zweitältester Bruder Klaus war es, der dem kleinen Johannes das Snowboarden beibrachte und ihm dafür ein abgeschnittenes Erwachsenen-Board besorgte. „Klaus hat mir außerdem beim Umzug nach Wien geholfen und während des Zivildiensts viele Gespräche mit mir geführt, die mich in der Entscheidung bestärkten, Soziale Arbeit zu studieren“, ist der 37-Jährige seinem Bruder bis heute dankbar.
Beziehungen, in die der Wahl-Dornbirner vertrauen konnte, die ihm Liebe und Geborgenheit schenkten, haben ihn als Kind gestärkt. „Meine Kindheit war von Freundschaften geprägt, die bis heute bestehen. Auch drei Jahrzehnte später ist auf diese Menschen Verlass, und den jährlichen Sommerurlaub mit ihnen möchte ich nicht missen.“
Ein sorgenfreies und chancenreiches Aufwachsen wünscht er nicht nur seinen zwei eigenen Kids, sondern allen jungen Menschen auf dieser Welt: „Jedes Kind hat es verdient, seine Kindheit möglichst frei zu erleben, sich entfalten zu können und die Chance zu bekommen, seinen eigenen Weg zu gehen.“
Steckbrief Johannes Pircher-Sanou
Aufgewachsen in: Andelsbuch
Lebt heute in: Dornbirn
Vorbild damals: „Als Kind hatte ich nie die eine Person, zu der ich aufgeschaut habe – im Sinne eines Vorbildes. Vielmehr waren es unterschiedliche Menschen, die mir wichtig waren und von denen ich mir etwas abgeschaut oder mitgenommen habe. Jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken und Eigenschaften, die mich geprägt haben.“
Vorbild heute: „Das ist eigentlich bis heute so geblieben. Ich lasse mich von unterschiedlichen Menschen inspirieren: von meinen Eltern und Geschwistern, von Freund:innen und von Menschen, denen ich in meinem beruflichen und persönlichen Leben begegne. Mich beeindrucken dabei vor allem Menschen, die wertschätzend mit anderen umgehen, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und für das, was sie tun, einstehen und Haltung zeigen.“
Berufswunsch als Kind: Kindergartenpädagoge, Bäcker
Beruf heute: Sozialarbeiter, Leitung des Vereins NEUSTART in Vorarlberg
Lieblingsplatz damals: Vorsäß Hütten
Lieblingsplatz heute: Vorsäß Hütten
Perspektivengeber:innen: Eltern, ältere Brüder
Als Kind bekannt für: „Ich war ein ruhiges, sehr zufriedenes Kind: geduldig, beobachtend und eher jemand, der erst einmal zugehört und sich ein Bild gemacht hat.“
Heute bekannt für: „Ich interessiere mich für viele unterschiedliche Themen und bin vielseitig. Ich übernehme gerne Verantwortung, auch dann, wenn Situationen schwierig oder herausfordernd sind. Gleichzeitig ist es mir wichtig, mich aktiv einzubringen und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.“
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