
Karin Stöckler: Geht nicht gibt’s nicht!
Dieser Tatendrang kommt nicht von ungefähr. Karins Eltern lebten ihr vor, dass alles machbar ist, und unterstützten ihre Tochter bei sämtlichen Vorhaben. Als Tischler fertigte ihr Papa der Lochauerin mit zweieinhalb Jahren die ersten Achselkrücken an, mit denen sie laufen und somit viel selbstständiger sein konnte. „Auch meine eigene Wohnung stattete er voller Eifer mit Möbeln aus, die zu meiner Körpergröße passen“, ist Karin ihren Eltern für deren Einsatz dankbar. Sie sorgten unter anderem auch dafür, dass die heute 58-Jährige nie zum „Versuchskaninchen“ von Ärzt:innen wurde und mit den anderen Kindern die Volks- und Hauptschule und später die Handelsschule in Bregenz besuchen konnte. Außerdem begleiteten ihre Eltern Karin auf dem Weg zum ersten Job im Gemeindeamt Lochau, wo sie 24 Jahre lang tätig war.
„Als ich es mir dann in den Kopf setzte, den Führerschein zu machen, absolvierte mein Papa unzählige Fahrstunden mit mir. Und siehe da, es hat funktioniert!“, erinnert sie sich. Jeder gesundheitliche Tiefschlag wurde gemeinsam durchgestanden, sodass die Lochauerin, die ursprünglich Floristin oder Archäologin werden wollte, ihren Weg immer weitergehen konnte. Neben dieser bedingungslosen Unterstützung tat es der kleinen Karin gut, niemals von ihren Mitschüler:innen und Spielkamerad:innen ausgegrenzt zu werden. Im Gegenteil: Wo sie Hilfe brauchte, bekam sie sie.
Ihre Unternehmungslust zeichnet die Agathe-Fessler-Frauenpreis-Trägerin bis heute aus. Für ein selbstbestimmtes Leben kämpft sie mittlerweile auch in ihrem Beruf als Präsidentin des ÖZIV und indem sie die junge Generation für Behinderungen sensibilisiert: „Kindern Perspektiven zu geben, bedeutet für mich, ihnen aufzuzeigen wie man mit behinderten Menschen umgeht und sie selbst Erfahrungen im Rollstuhl machen zu lassen.“ Wenn sie nicht gerade zu behindertenspezifischen Themen in ganz Österreich unterwegs ist, denkt Karin gerne an ihren Kindheits-Lieblingsplatz im Wald über der „Hofermühle“ – oder sie genießt ihren eigenen Garten zuhause in Lochau.
Steckbrief Karin Stöckler
Aufgewachsen in: Lochau
Lebt heute in: Lochau
Vorbild damals: Papa
Vorbild heute: Menschen, die für andere einstehen
Berufswunsch als Kind: Floristin oder Archäologin
Beruf heute: geschäftsführende Präsidentin der Interessensvertretung für Menschen mit Behinderungen (ÖZIV)
Lieblingsplatz damals: Wald oberhalb der "Hofermühle" (damaliges Zuhause)
Lieblingsplatz heute: „mein Garten/Terrasse“, Bodensee
Perspektivengeberin: Papa, Mama
Als Kind bekannt für: „Trotz meiner Behinderung oder vermutlich gerade darum, alles auszuprobieren und überall dabei zu sein“
Heute bekannt für: „Unternehmungslustig zu sein und nach jedem Hinfallen wieder aufzustehen und für ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen“
Werden Sie zu einem:r Perspektivengeber:in unter dem Motto „Kinder vor“!
Geben Sie den Kindern Vorarlbergs die Möglichkeit, ihre Zukunft mitzugestalten. Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen. Ganz egal, ob es eigene Ideen oder laufende Projekte des Vorarlberger Kinderdorfs sind – wir freuen uns über Ihr Engagement. Die Geschichten, die daraus entstehen, werden unter „Perspektiven“ auf „Wir Kinder Vorarlbergs“ veröffentlicht. Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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