
Kimberly Niederegger: Freigeist mit unruhigem Herz
„Herta war liebevoll, aber auch sehr fordernd. Hinter all der Konsequenz und Strenge steckte jedoch ein Herz, das größer nicht sein könnte“, erzählt Kimberly, die im Kinderdorf Kronhalde in Bregenz aufwuchs. Die führende Hand und liebevolle Zuwendung ihrer damaligen Kinderdorfmutter hätten ihr als Kind gutgetan, erzählt die 27-Jährige. „Herta wollte einfach, dass ich es später einmal gut habe. Sie verlor nie die Geduld. Sie bestärkte mich in allem, was ich tat und vorhatte – und das macht sie bis heute.“
Die Zeit im Vorarlberger Kinderdorf brachte einen weiteren richtungsweisenden Perspektivengeber in ihr Leben: Erwin, der ihr als Sozialpädagoge mit Humor zur Seite stand. „Er machte mit uns Ausflüge, schuf schöne Erinnerungen und nahm sich Zeit für mich. Immer direkt, ehrlich und positiv – das ist Erwin. Von ihm lernte ich, dass Handlungen Konsequenzen haben, aber auch, dass man immer wieder aufstehen kann.“ Kimberly machte diese Haltung zu ihrer eigenen und ist überzeugt: „Egal, wie schwer das Leben sein mag, ich schaffe es.“
Nach vielen Jahren in der Kinderdorffamilie entschied sie sich mit 13, wieder bei ihrem Vater zu leben – ein Fehler, wie sie im Rückblick meint. Viele ihrer Träume habe sie dadurch nicht verwirklichen können. „Ich hatte im Kopf, Künstlerin zu werden, weil ich immer schon sehr kreativ war und voller Ideen steckte“, erzählt die ausgebildete Elektrotechnikerin. Nach wie vor zeichnen sie aber ihre Kreativität und ihr Humor aus. „Ich bin ein Freigeist, eine Kämpfernatur. Und ich weiß, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann“, meint sie nicht ohne Stolz auf das, was sie erreicht hat.
Kindern wünscht sie in Erinnerung an ihre eigenen Erfahrungen eine sorgenfreie Kindheit ohne Gewalt und Missbrauch – und sich selbst viele Orte, „wo mein Herz zur Ruhe kommen und ich meine Seele baumeln lassen kann“.
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Steckbrief Kimberly Niederegger
Aufgewachsen in: im Vorarlberger Kinderdorf in Bregenz
Lebt heute in: Feldkirch
Berufswunsch als Kind: Künstlerin
Beruf heute: Elektrotechnikerin
Damaliges Vorbild: Kinderdorf-Mutter Herta
Perspektivengeber:innen: Kinderdorf-Mutter Herta, Betreuer Erwin
Heutiges Vorbild: „Ich selbst – habe so vieles gemeistert und geschafft“
Lieblingsplatz damals: Canada (dort lebten Tante und Onkel)
Lieblingsplatz heute: „Überall, wo mein Herz zur Ruhe kommen kann.“
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