
Wolfgang Bauer: Verrückt nach Fußball und Freiheit
Ganz so oft schaffte es Wolfgang Bauer nicht. „Nach etwa 4000 Ballkontakten ließ die Konzentration nach“, erinnert er sich und meint: „Solche Vorbilder haben mir gezeigt, was mit Begeisterung, Ausdauer und etwas Verrücktheit möglich ist.“ Herzstück seiner Kindheit sei der Fußballplatz hinterm Elternhaus gewesen. „Mein Vater pflegte ihn mit viel Liebe und Hingabe, und so wurde er zum Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft. Dort wurde gekickt, gelacht und jede freie Minute gemeinsam verbracht“, erzählt der Feldkircher Lehrer. Heute wiederholt sich die Geschichte und Wolfgang fungiert inzwischen selbst als Platzwart. „Auf unserem kleinen Fußballplatz vor dem Haus jagen an manchen Tagen bis zu zehn Kinder dem Ball hinterher. Was schier unmöglich scheint: Unsere beiden Kinder verbringen noch mehr Zeit beim Kicken als ich damals. Zu sehen, wie Bewegung, Freundschaft und Gemeinschaft auch heute noch auf so einfache Weise entstehen, erfüllt mich mit großer Freude.“
Der Feldkircher profitierte von einem liebevollen und vertrauenden Elternhaus, das ihm und seinen beiden Brüdern auch bei weniger glorreichen Aktionen oder Misserfolgen unterstützend zur Seite stand. „Gleichzeitig gaben meine Eltern uns den Freiraum, eigene Erfahrungen zu sammeln. Besonders wertvoll war für mich, dass sie in schwierigen Zeiten hinter mir standen. Und davon gab es einige. Bei Rückschlägen haben sie mich aufgefangen und ermutigt. Dieses bedingungslose Vertrauen hat mich geprägt und mir gezeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten“, betont er. Wärme und Herzlichkeit erfuhr der heute 59-Jährige auch von seiner Oma Lisa. „Ihre legendären Riesen-Erdbeeren und das leckere Zuckerwasser auf der Stiege vor ihrem Haus schmecken in meiner Erinnerung heute noch genauso gut wie damals. Vor allem aber werde ich ihr unverwechselbares Lachen nie vergessen.“
Kinder brauchen laut dem „Abenteuer Sportcamp“-Leiter viel sinnstiftende Zeit mit Freunden draußen und Menschen, die ihnen Chancen eröffnen – „von engagierten Lehrpersonen bis zu mutigen, respektvoll agierenden Entscheidungsträger:innen“. Ansonsten hat er noch einen Tipp parat: „Hör aufs Bauchgefühl, aber auch auf andere.“
Steckbrief Wolfgang Bauer
Aufgewachsen in: Feldkirch
Lebt heute in: Feldkirch
Traumberuf: „So weit habe ich als Kind nicht gedacht, ich habe in der Gegenwart gelebt und die Kindheit in vollen Zügen genossen.“
Beruf heute: Lehrer und Projektleiter beim Abenteuer Sportcamp
Perspektivengeber:innen: Eltern Sigrid und Otto, Oma Lisa
Lieblingsplatz damals: „der Fußballplatz hinter unserem Haus“
Lieblingsplatz heute: „Viele – habe aber gelernt, dass ein Lieblingsplatz nicht nur vom Ort abhängt, sondern vor allem von den Menschen, mit denen man dort ist. Wenn jemand aus meiner Familie dabei ist, kann selbst eine einfache Bank am Wegesrand zum schönsten Platz der Welt werden.“
Als Kind bekannt für: Bewegungsdrang, Begeisterung für Fußball, Jonglierkünste beim Fußball.
Heute bekannt für: sein Engagement für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Abenteuer Sportcamps
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